“ Ich kann das erklären, Chef…“

Eine Geschichte, die ich immer wieder gerne erzähle, ist diese:

Ich war noch in der Ausbildung. Da war der eine Kollege, der sehr neugierig war. Eine Kollegin, damals noch sehr jung, der Kollege, der sein eigenes Büro hatte, weil er Kettenraucher war. Sowie der Chef und ich. Das sind die Protagonisten dieser Geschichte.

Es war im Jahr 1998. Ich war damals im zweiten Lehrjahr, meine Kollegin im dritten und letzten Lehrjahr. Es war ein relativ normaler Vormittag bis dahin. Der kettenrauchende Kollege hatte einen Tag frei. Der Chef war nicht im Haus, er hatte einen auswärtigen Termin. Meine Kollegin und ich dachten, wir können eine Raucherpause machen, da der Chef nicht da ist und es bei dem Kollegen im Büro nicht auffällt vom Geruch.

Da war nur ein Problem: Der neugierige Kollege. Er sollte nicht mitkriegen, was wir machen. Also gingen wir in das Einzelzimmer und schlossen hinter uns zu, damit keiner hinterher gehen kann.

Eine dumme Idee. Über den Anschein, den wir erweckt hatten, brauchen wir nicht reden.

Nach ein paar Minuten wurde tatsächlich am Türgriff versucht, die Tür zu öffnen. Meine Kollegin und ich grinsten uns an und dachten: ‚Doch eine gute Entscheidung.‘ Leider war es nicht der neugierige Kollege.

ES WAR DER CHEF.

Er hatte wohl was vergessen und war kurz zurück gekommen. Wir erkannten ihn an an der Stimme, als er murmelte: „Warum ist hier denn abgeschlossen?“ und wegstampfte.

Mit feuerroten Köpfen und wie von der Tarantel gestochen verließen wir stürmisch das Büro. Gefühlt alle der Kollegen waren anwesend und sahen uns. Die nächsten Stunden nahmen wir den Kopf runter und sahen weder nach links oder rechts beim arbeiten. Gott, war das peinlich…

Gegen Nachmittag dachte ich dann: ‚Du musst das aufklären, wenigstens beim Chef‘. Also ging ich in sein Büro und fragte, ob er einen Moment Zeit hat. Wieder wurde mein Kopf gefühlt weißglühend vor Scham, als ich sagte: „Ich weiß wie das aussieht, aber es war so:… „

Er lachte und glaubte mir, für ihn war die Sache damit erledigt, zumal auch meine Kollegin schon bei ihm war, kurz vor mir und das auch aufklärte.

Dennoch, es blieb eine Geschichte, die bestimmt auch heute noch neuen Kollegen erzählt wird.

 

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