3 Dinge, die ich bis heute bereue und wie Du sie vermeidest

1. Das ich nicht eher erwachsen wurde.

Klar habe ich mich zeitig von zu Hause gelöst (vielleicht etwas spät, aber im Rahmen). Jedoch habe ich es zugelassen, dass meine Faulheit gewonnen hat und ich mir von der Mutter, die nicht loslassen konnte, wieder habe vereinnahmen lassen. Im Prinzip wurde dadurch alles rückgängig gemacht. Ich war mit 20 weiter als mit 30 Lebensjahren. Erst war es das Wäsche waschen, dann Hilfe beim einkaufen, und so weiter. Ich sehe den Sohn meiner Freundin. Er ist, hart gesagt, mit 14 weiter und selbständiger als ich mit 30. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Seine Mutter, meine Freundin, erzieht ihn zu einem Menschen, der sein Leben selbständig meistern kann. Klar macht er in dem Alter manchen Blödsinn, aber wer hat das nicht? Übrigens: Ich werfe es meiner Mutter nicht alleine vor. Auch ich trage meine Schuld daran, denn ich habe es zugelassen.

Mein Rat an euch:

Für die Kinder: Lasst euch eure Selbständigkeit nicht nehmen. Auch wenn es mal unbequem ist.

Für die Eltern: Gewöhnt euch daran, dass Kinder eigenständige Menschen werden, aber auf dem Weg dahin Hilfe brauchen. Wenn sie soweit sind: Lasst los. Sie gehen selten verloren.

Für Betroffene: Kommt in’s Reine damit. So bitter es ist: Verlorene Zeit kommt nicht wieder zurück. Ihr könnt nur verhindern, noch mehr Zeit zu opfern.

 

2. Das ich zuviel Zeit verschwendet habe.

Zum einen spielt Punkt 1 darein. Aber nicht nur. Es sind auch „falsche Freunde“ und Frauen, denen man hinterhertrauert, weil man an der so genannten „Oneitis“ leidet. Da kann ich einige Lieder von singen. Bei „falschen Freunden“ ist es nicht leicht, sie zu erkennen, weil man echte Freunde oft erst in Notlagen erkennt. Bei der „Oneitis“ ist es leichter. Du bist einer Frau verfallen, die „die Eine“ ist? Wo du, nur um ihr nahe zu sein, den besten Freund spielst, ihr ihren Kummer und die Sorgen anhörst? Vielleicht verpasst du gerade eine tolle Frau, weil du nicht offen für was anderes bist. Denn für dich gibt es ja nur „die Eine“.

Mein Rat:

Ich litt Jahrelang selbst an der „Oneitis“. Bis ich nach einem Buch, das ich las, das Problem erkannte. Wenn es nicht zu einer Beziehung kommt, wird es das höchstwahrscheinlich auch nicht. Je mehr du versuchst, ihr nahe zu sein und den guten Freund spielst, umso mehr wird sie dich höchstwahrscheinlich auch nur als so einen wahrnehmen: Einen guten Freund. Aber wirklich enge Freundschaften kann es zwischen Männern und Frauen nicht geben. Schon gar nicht, wenn sich einer mehr erhofft. Nimmt sie dich nicht als Mann war, wird sie es höchstwahrscheinlich auch nie tun. Für Frauen gilt natürlich genau das gleiche, die an der „Oneitis“ leiden.

 

3. Ich ließ mein Selbstvertrauen leiden.

Das ist Fakt. Die mangelnde Abnabelung von zu Hause, die „Oneitis“ haben mein Selbstvertrauen stark schwinden lassen. Ich arbeite derzeit hart daran, es wieder aufzubauen. Die einzige Art von Selbstvertrauen habe ich über den Job bezogen, denn da war ich tough und gut ausgebildet. Ich wußte was ich tue und wer was zu tun hat. Privat kann ich nicht mal einen Nagel in die Wand bringen, krass gesagt.

Mein Rat:

Achtet auf euch. Wenn ihr merkt, dass euch etwas nicht gut tut, egal was es ist: Trennt euch davon. Bevor es euch runterzieht. Denn sich von etwas oder jemandem zu trennen ist zwar schmerzhaft, aber doch leichter, als später „die Scherben aufzulesen“

 

Warum ein gemütlicher DVD-Abend selten funktioniert

Endlich mal wieder Zeit für Zweisamkeit. Patchworkfamilien können einen großen Vorteil haben: Das Kind ist beim Vater in den Ferien. Wir werden definitiv nicht gestört.

Also nur noch die Auswahl eines Filmes. Habe ich „nur“ gesagt? Gerade das kann ein Problem werden. Besonders, wenn beide Partner unterschiedliche Filme mögen.

Das Klischee ist, Männer lieben Actionfilme, während Frauen eher auf die Schnulzen stehen. Meine Freundin ist da anders, sie liebt Action-Filme.

Du denkst „So eine Freundin hätte ich auch gerne, ich beneide dich“.

Moment… Zwar mag ich auch Action-Filme, aber nicht hauptsächlich. Mein Ding sind eher Filme, die psychischen Tiefgang haben. Filme in dem Stil wie „Requiem for a dream“. Oder abgefahrene Filme, die unerwartete Handlungen haben wie „Lucky Number Slevin“ oder „Sieben“. Auch Schicksalsfilme wie „The Descendants“. Ab und zu auch mal ein Horrorfilm, eher auf der psychischen Ebene, nicht so sehr, wo das Blut in Strömen fliesst.

Also, wir besprechen, welche Filme wir denn evtl. schauen mögen. Ich kann meine Freundin schon hören „Nein, das ist mir zu wirr“ „Nein, da fürchte ich mich“. Also der Trumpf: Schnulzen. „Nein, das mag ich nicht“.

Machen wir es kurz: Meine Filme, die ich gerne sehe, werden also selten genommen, weil sie selten uns Beiden gefallen. Entweder wir schauen einen Actionfilm, oder wir stellen fest, das doch ein halbwegs interessanter Film im TV läuft.

BTW: Gebühren zahlen für öffentlich-rechtliche Sender? Muss man ja, aber ich schaue 1-2x im Jahr auf WDR „Quarks und Co“.  Dafür zahle ich ca. 100 € pro Sendung. Ansonsten ist das Programm auf den Sendern eher nichts für mich. Aber das ist eine andere Geschichte.

4 Dinge, die wir von Hunden lernen können

Obwohl Hunden die Fähigkeit, verbal zu kommunizieren, fehlt, haben sie uns einiges voraus. Die Dinge, über die ich hier schreibe, habe ich aus eigener Beobachtung gelernt. Wir haben zwei Jack-Russel-Terrier, von denen ich gerne lerne.

1.) Hunde sind vorurteilsfrei

Ihnen ist der soziale oder gesellschaftliche Stand, das Aussehen oder eine körperliche Behinderung egal. Sie pflegen Kontakte nicht zum eigenen Vorteil. Wer ihnen Dinge für’s eigene Überlegen und Liebe schenkt, hat gute Chancen, gemocht zu werden.

2.) Hunde besitzen Menschenkenntnis

Schon Bismarck sagte: „Ich vertraue der Menschenkenntnis meines Hundes. Er ist schneller und gründlicher als ich.“ Womit er Recht hatte, der als großer Stratege bekannt war. Sie beurteilen anhand ihrer Sinne einen fremden Menschen, wo wir uns gerne von schönen Worten blenden lassen.

3.) Hunde beherrschen nonverbale Kommunikation

Laut wissenschaftlichen Studien finden ca. 80% der Kommunikation nonverbal statt. Menschen legen größeren Wert auf vervale Kommunikation. Die Möglichkeit haben Hunde nicht. Also achten sie stärker auf Gerüche, Mimik und Gestik.

Ein Beispiel aus dem täglichen Leben. Unser Rüde hatte Durst, der Wassernapf war aber leer. Da die Verbalität fehlt, behalf er sich der Gestik. Er ging zum Wassernapf und legte sich davor, bis ich verstand, welches Bedürfnis er hat. Problem gelöst, Napf gefüllt, Hund zufrieden. Es geht auch nonverbal.

Um unsere Aktionen und Reaktionen zu studieren, beobachten sie uns. Wenn sie lernen, dass der „Dackelblick“ als Beschwichtigung funktioniert, setzen sie ihn auf. Menschen gehen davon aus, dass die Hunde schuldbewusst sind, und hören auf zu schimpfen. Dabei ist nachgewiesen, dass Hunde zu komplizierten Emotionen wie Schuldgefühlen nicht fähig sind. Aber es funktioniert. Geschickt wurde Frauchen oder Herrchen mal eben manipuliert.

Schlaues Tier. Wie sagte Forrest Gump: „Dumm ist der, der dummes tut.“ Wir sollten Tiere mit anderen Augen sehen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten sind sie clever!

4.) Hunde sind furchtlos, aber nicht leichtsinnig

Schon mal gesehen, wie ein relativ kleiner Hund einen großen, starken Bären in die Flucht schlägt? Er positioniert sich so, dass der Bär ihn nicht erwischen kann, denn er weiß, er würde den Kürzeren ziehen. Aber er macht so viel Radau und wirkt dabei aggressiv. Der Bär überlegt, ob es wirklich den Kampf wert ist und zieht sich zurück.

Hand auf’s Herz: Beweißt ihr in einer ähnlichen Lage Mut oder seht/lauft ihr weg?

Eine Situation, die Familien kennen könnten

Wer kennt das Problem nicht? Irgendwie sind im Haushalt kein Paar Socken zu finden. Ich befürchte, die Waschmaschine bunkert sie, weil sie die Weltherrschaft plant. Wäschetrockner sind übrigens an der geheimen Verschwörung beteiligt.

Hat es tatsächlich ein zusammengehöriges Paar den Waschgang, den Trockner und das Sammeln im Wäschekorb ohne Trennung überstanden, steht noch der tägliche Kampf um die frischen Socken zwischen mir und dem Kind bevor.

Habe ich als Single noch jeden Tag gewechselt, muss ich sie jetzt ein paar Tage horten, denn: Hier sind Socken wertvoller als Gold. Das bedeutet im Klartext: Die Wahrscheinlichkeit, wenn ich ein Paar zum waschen gebe, dass ich dann ein sauberes Paar zurück bekomme, sind gering.

Habe ich ein zusammengehöriges Paar gefunden, bunkere ich sie gerne auf der Heizung. In der kalten Jahreszeit liebe ich es, in warme Socken zu schlüpfen. Leider weiß der Junge von meiner geheimen Leidenschaft und wenn er morgens aufsteht, sucht er erstmal auf der Heizung. Das führte schon einmal dazu, dass, als ich zur Arbeit wollte, die Socken weg waren und ich wieder anfangen zu suchen musste. Es ist übrigens faszinierend: Wir scheinen gefühlt 100 einzelne Socken zu haben, die aber nicht zusammen passen.

Also habe ich meine Taktik geändert. Ich gebe ein Paar Socken erst in die Waschmaschine, nachdem ich mir ein neues Paar gesichert habe. Mein Versteck habe ich geändert, muss dadurch aber auf meine vorgewärmten Socken verzichten. Aber ich habe wenigstens ein sauberes Paar und keine der 100 einzelnen Socken.

Eine Hunde-Weihnachtsgeschichte

Mein Name ist Dexter, ich bin ein 8jähriger Doggen-Riesenschnauzer-Mischling.

Bevor ich ins Tierheim kam, war ich ein glücklicher Hund. Die ersten 12 Wochen nach meiner Geburt war ich beim Züchter, wo ich auch das Licht der Welt erblickt habe. Dann kam mein erstes Herrchen, Stefan, und hat mich mit nach Hause genommen. Ich bekam eine super Ausbildung, hatte viele Freunde und das abendliche Kuschelritual auf dem Sofa war ein echtes Highlight für mich. Er ist unerwartet gestorben, als er Mitte 30 war.

Es hat mir damals das Herz gebrochen. Das Leben auf 5 Quadratmetern im Zwinger des Tierheimes war herzlos und langweilig, so war ich es von Stefan nie gewohnt. Mir ging der Lebensmut verloren und jedes Mal, wenn jemand am Zwinger vorbeiging, ohne mich mitzunehmen, ging etwas von meiner Hoffnung auf ein besseres Leben verloren. Ich vermisste Stefan und gab mich langsam aber sicher auf. Umso größer die Freunde, als mich kurz vor Weihnachten ein Pärchen aussuchte, um mich in ihrer Familie aufzunehmen. Ich war extrem aufgeregt, als ich ins Auto gesprungen bin und wir losgefahren sind.

Angekommen, habe ich mich erst einmal in der Wohnung umgesehen. In allen Ecken habe ich geschnüffelt und das Sofa habe ich in positiver Erinnerung begutachtet, bis Herrchen mich davon runter scheuchte. Ich hatte mein eigenes Körbchen, eine eigene Futterstelle und Spielsachen. Einen Lieblingsplatz habe ich auch schnell gefunden. In der Küche unter der Eckbank, nahe des Ofens. In der Küche war oft die ganze Familie zusammen, und durch den Ofen war es immer schön warm. Immerhin tut einem alten Hund wie mir bei der Kälte und der Nässe draußen die Wärme richtig gut, und ich konnte mich nach einem schönen Spaziergang wieder aufwärmen.

Die Familie bestand neben Herrchen und Frauchen aus dem 8jährigen Sohn Max, und seiner 3jährigen Schwester Janine. Andere Tiere waren auch da, noch ein anderer Hund, ein Spitz mit Namen Amy, die angenehm roch und mich lieb aufnahm. Außerdem war da noch ein Graupapagei namens Cora. Der Papagei ärgerte mich gerne, indem er mir auf den Rücken flog und ich mich erschreckte und mich mit seinem harten Schnabel manchmal in mein Ohr zwickte.

Insgesamt war mein neues zu Hause sehr schön, aber vielleicht ein wenig zu klein für einen großen Hund wie mich. Aber besonders Max, mein neuer Bezugspartner in der Familie, nahm mich oft mit auf einen Spaziergang, Radtouren oder auf den Trainingsplatz.

Meine Freude war riesengroß, wenn Max wieder von der Schule kam. Ich habe ihn vor Freude fast umgeschmissen und habe ihm mit meiner Zunge ein Küsschen gegeben. Einmal habe ich vor Freude mit meinem Schwanz eine Vase umgeschmissen, worauf Frauchen schlimm mit mir geschimpft hat.

Dann war Max eine Woche auf Klassenfahrt. Ich habe ihn sehr vermisst. Leider ist Frauchen nicht so oft mit mir Gassi gegangen. Herrchen war oft bei der Arbeit und Janine war noch zu klein. Einmal hatte ich an einem warmen Tag viel getrunken und musste dringend. Ich habe mein Bedürfnis auch mit Nachdruck angezeigt, doch leider hat Frauchen genervt reagiert und mich immer in mein Körbchen geschickt.

Da ich nicht mehr der Jüngste bin, konnte ich auch mein Pipi nicht mehr so gut halten. Manchmal hatte ich ein Stechen im Rücken, was unangenehmer wurde, wenn ich musste. Manchmal tat es auch beim pinkeln weh. Dennoch waren die Schmerzen, wenn ich nicht gepinkelt habe, deutlich stärker. Dieses Mal war es so heftig, dass ich meine Notdurft in der Wohnung gemacht habe. Vor Schmerzen habe ich nicht das Beinchen gehoben, sondern mich hingehockt. Frauchen hat es gemerkt und deshalb doll mit mir geschimpft. Doch das Schimpfen war nicht das Schlimme. Am Schlimmsten fand ich, dass sie mich mit meiner Schnauze in den Urin hineindrückte. Dadurch habe ich meinen eigenen Urin durch die Nase aufgesogen. Anschließend schlug sie mich mehrmals mit dem Schuh auf meine schmerzende Stelle am Rücken, wo sie genau die schmerzhafteste Stelle traf und ich mich jaulend in meine Lieblingsecke verkroch. Ich wurde vorher nie geschlagen, habe immer nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Als Herrchen von der Arbeit nach Hause kam, hat Frauchen gleich von meinem Missgeschick erzählt und die Beiden haben lebhaft diskutiert, was sie jetzt machen wollen. Ich hatte echt Angst bekommen, dass ich in der von mir geliebten Familie nicht mehr willkommen bin. Immerhin waren beide ziemlich sauer auf mich.

Der Frühling kam, neue Gerüche lagen in der Luft. Die Sonne schien wieder öfter, doch mein Lieblingsplatz in der Nähe des Ofens blieb, denn die Wärme genoss ich immer noch sehr, auch wenn es draußen endlich wieder wärmer wurde.

Während Max wieder auf Klassenfahrt war, beschlossen Herrchen und Frauchen, mit mir spontan an die See zu fahren. Was habe ich mich gefreut, gerade nachdem die Beiden in letzter Zeit öfter mein Futter vergessen haben und ich mir auch ein wenig vernachlässigt vorkam. Aber damit machen die Beiden alles wieder wett, es wird alles gut.

Während der Fahrt haben wir kurz angehalten auf einem Autobahnrastplatz, um eine Pinkelpause zu machen. Wir haben ein Picknick gemacht, zur Sicherheit wurde ich angebunden. Dann waren wir fertig, und Herrchen hat die Sachen wieder ins Auto gebracht, Frauchen ging auf Toilette.

Doch was ist das? Die Beiden fahren weg. Haaaallllloooo, ihr habt mich vergessen. Ich wurde panisch. Wo fahrt ihr hin? Ihr könnt mich doch nicht hierlassen. Sicher haben sie mich vergessen, ganz bestimmt kommen sie gleich zurück.

Sie kommen nicht zurück, oder doch? Also heißt das für mich, da zu bleiben, wo ich zuletzt war. Doch es kommt keiner. Nur Fremde, die mich wegholen wollen. Wie viel Zeit ist vergangen? Nein, lasst mich hier, ich muss warten. Wie sollen Herrchen und Frauchen mich finden, wenn ich weg bin. Und was passiert mit mir, wenn ihr mich mitnehmt? Werde ich wieder leiden müssen im Tierheim? Das verkrafte ich nicht. Niemals.

Hilfe!!! Wo seid ihr?

Was ich mit dieser Geschichte sagen will:

Solche Dinge ereignen sich leider immer wieder. Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum. Insbesondere Hunde sind extrem loyal und menschenbezogen. Wir übernehmen eine lebenslange Aufgabe und Verantwortung für das Tier, der wir uns immer bewusst sein sollten. Und eine artgerechte Haltung sollte immer gewährleistet sein. Die Überlegung, ob wir dem Tier gerecht werden, sollte vor dem Kauf stattfinden. Der Dank dafür ist unendliche Liebe und Lebensfreude.

Ich danke der freundlichen Unterstützung einer ehemaligen Mitarbeiterin des Tierschutzes bei der Umsetzung.

„„Solange der Mensch denkt, dass Tiere nicht fühlen können, müssen die Tiere fühlen, dass der Mensch nicht denken kann.““

Patchworkfamilie vs Pubertät

Ich beneide Eltern um das Gefühl, die Schwangerschaft vom ersten bis zum letzten Tag zu erleben. Daran teilzuhaben und den eigenen Neugeborenen in den Händen zu halten, das blieb mir leider verwehrt.

Meine Freundin und ich können keine Kinder bekommen. Es geht aus organischen Gründen nicht. Aber ich bin kein Mensch, der das „Warum“ hinterfragt. Es gibt auf „Warum-Fragen“ auch keine Antworten. Es ist so!

Mein bester Freund Robert und seine Frau Nicole erwarten Zwillinge. Ich gönne ihnen von ganzen Herzen ihr Glück und schaue doch etwas wehmütig in das gestaltete Kinderzimmer, dass nur noch auf die Niederkunft der Zwillinge wartet.

Kindererziehung ist kinderleicht? Sicher nicht. Zugegeben, ich kann da nicht umfassend mitreden, denn ich habe die Geburt, die frühen Jahre der Kinder verpasst. Mit der Beziehung zu meiner jetzigen Freundin bin ich direkt zu einem Teenager gekommen, der noch zu Hause wohnt und gerade in die Pubertät kommt. Dazu kommt noch eine Tochter, die zwar schon auf eigenen Füßen steht, aber noch in der Pubertät ist.

Aber was bedeutet Kindererziehung heutzutage? Es gibt hunderte, tausende an Erziehungsratgebern, die optimale Ernährung, Frühförderung. Jeder, auch kinderlose, reden mit, geben mehr oder weniger gute Ratschläge. Manchmal denke ich, ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung. Ehrlich gesagt, mich würde dieses Überangebot an Ratgebern, ob man sie haben will oder nicht, eher lähmen als beflügeln.

Ich will nicht sagen, dass früher alles besser war. Aber wir sind auch alle groß geworden. Ohne Frühförderung, wo einem erzählt wird, dass jeder Bengel, der das Klavier zerlegt, der neue Mozart ist. Aus den meißten von uns sind vernünftige Menschen geworden, die sich nun selbst der Aufgabe gegenübersehen, ein Kind oder mehrere aufzuziehen. Und das ist eine gewaltige Aufgabe!

Über viele Jahre war ich Single. Mehr oder weniger von Heute auf Morgen wurde ich eine Art Familienvater. Mit einem pubertierenden Kind und zwei Hunden. Ich musste sofort erwachsen werden, was ich aber ganz gut geschafft habe. Und das Gefühl einer Familie möchte ich nie wieder missen.

Was mir manchmal zu schaffen macht, ist die Sprunghaftigkeit der Kinder. Eben noch gut gelaunt. Dann lief irgendeine Sache nicht nach ihrer Nase. Und schon hängt der Haussegen gewaltig schief. Falls ich selber so war, schulde ich meiner Mutter eine Entschuldigung!

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, wonach sich bei Jugendlichen in der Pubertät die Gehirne neu „verkabeln“. Also heißt es bei dem Satz „Du bist nicht mein Vater“ ruhig zu bleiben. Und für mich bedeutet das, mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr mich das verletzt. Das ich nicht der Vater bin, weiß ich selber. Ich will es auch nicht sein. Lege keinerlei Wert darauf, so genannt zu werden. Was ich sein will, ist die männliche Bezugsperson, die ich als Scheidungskind nicht hatte. Nicht der Vater sein, aber eine Vaterrolle zu übernehmen. Für den Jungen da zu sein, wenn er mich braucht.

Vielleicht kennen das die Leserinnen ja auch, die eine Patchworkfamilie haben. Natürlich ist es schwer, jemand neues in der Familie zu integrieren. Für das Kind ist es schwer, wenn Mutter einen neuen Freund hat. Ich kann auch nachvollziehen, wenn eine Beziehung daran scheitern würde, wenn das Kind den neuen Freund der Mutter nicht akzeptiert. Das Kind geht vor, keine Frage.

Eben aus dem Grunde bin ich froh, dass bei uns alles mehr oder weniger glatt lief. Die Mutter liebt mich, das Kind auch, die Hunde sowieso. Also heißt es, ab und zu über die Zickereien hinwegzusehen und mich daran zu erinnern, dass ich auch mal in der Pubertät war.

 

 

Kindheit – Gestern und heute und über den Umgang mit sozialen Medien

Wenn man die heutige Kindheit betrachtet, ist es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, erwachsen zu werden.

Wir hatten kein Handy, kein Internet oder WhattsApp. Kein GPS, unsere Eltern wussten nicht, wo wir waren, bis wir nach Hause kamen. Um Freunde zu treffen, haben wir uns in der Schule verabredet oder sind einfach mit dem Fahrrad hingefahren und haben die Mama von … gefragt, ob der … da ist. Wir haben noch gelernt, “Bitte”, “Danke” und “Entschuldigung” zu sagen. Wenn Erwachsene geredet haben, hatten wir Sendepause. Ein blauer Fleck wurde gekühlt, nicht gleich ein MRT gemacht. AD(H)S gab es noch nicht, dafür eher eine Backpfeiffe (und keine Anzeige wegen Kindesmisshandlung deswegen). Wenn es eine Rauferei gab, kamen keine Waffen zum Einsatz und sogar Mädchen sind dazwischen gegangen, wenn es heftig wurde.

Heute wird eher mit Handy ein Video gemacht und quasi in Echtzeit auf Youtube hochgeladen. Wer sich früher heroenhaft dem Stärkeren gestellt hat, wird heute ein “Opfer”. Wir hatten vor Erwachsenen und dem Eigentum anderer Respekt. Opfer von echten Misshandlungen und Vergewaltigungen oder Gewalt gab es weniger, oder ist das nur die Wahrnehmung, weil heute immer ein Bild, ein Video per Handy gemacht wird und sich alles in Windeseile über Youtube, Facebook, Twitter und Co. verbreitet?

Überhaupt, die heutige Generation ist wirklich komplett anders als früher. Und das kann jeder erkennen. Denn: Früher mussten wir ins Haus reingeholt werden. Wir sind noch auf Bäume geklettert, haben im Dickicht verstecken gespielt, uns auf der Obstbaumwiese an frischem Obst satt gegessen. Ins Haus sind wir nur für unsere Lieblingsserie gegangen. Bei mir war das Captain Future. Heute läuft der Fernseher und/oder PC und/oder Handy gleichzeitig und eine Pizza ist im Ofen am backen. Und wir Erwachsenen sind froh, wenn die Kinder das Haus mal verlassen.

In der heutigen Zeit ist vieles zu kurzlebig. Musikkünstler feiern grandiose Erfolge und sind genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Ich kann teilweise die Lieder meiner Kindheit noch mitsingen. Wir hatten 3 Fernsehkanäle, nicht 300+. Ich bin damals, wie alle anderen auch, zum Fernseher gegangen, um umzuschalten. Telefone waren mit Drehscheiben und fest an einem Kabel in der Wand. Ich bin älter als das Internet, für den Sohn meiner Freundin unfassbar.

Ich verschließe mich keinesfalls gegen den Fortschritt. Schließlich nutze ich auch genug der modernen Quellen. Mir hätte es in meiner Schulzeit geholfen, wenn ich meine Informationen auch per Google oder Wikipedia hätte suchen können. Nun, das gab es damals noch nicht. Ich werfe der heutigen Generation keinesfalls vor, die Möglichkeiten auszunutzen. Allenfalls den zu sorglosen Umgang damit, denn wie heißt ein vielzitierter Spruch: “Das Internet vergisst nicht.” Ist es dem 25jährigen, der sich um einen Job bemüht, wohl noch recht, dass ein Video von einer Schaumparty, als er 17 war, von seinem potentiellen Chef gesehen wird?

Was bedeutet der Umgang mit sozialen Medien also an Eigenverantwortung? Obwohl ich mittlerweile Ü40 bin, bin ich bei Facebook und Co noch nicht so lange. Bei Facebook bin ich seit 2012, bei Twitter seit 2016, am bloggen seit ein paar Tagen. Mein erstes Smartphone hatte ich 2015. Anfangs war ich begeistert über Facebook. Habe einige ehemalige Freunde wiedergefunden und weiß jetzt, warum sie das sind: ehemalig. Durch meine Diabeteserkrankung habe ich in einer Gruppe einige neue Freunde gefunden, eine gute Freundin habe ich auch tatsächlich in der Realität kennen- und mögen gelernt.

Durch eigene Verfehlungen habe ich auch Negatives auf Facebook erlebt. Ich hatte Teile meiner Familie gefunden, von denen ich nie was gewusst habe. Hintergrund ist der, dass ich Scheidungskind bin und die neue Familie vaterseits erst mit dem Wiedersehen von Vater kennen gelernt habe. Wobei kennen gelernt ist zuviel gesagt. Ich habe 3 Halbgeschwister, 1 Bruder und 2 Schwestern. Der Bruder wollte mich bisher nicht kennen lernen, eine Schwester kenne ich nur von Facebook und eine persönlich, habe aber seit dem kennen lernen keinen Kontakt mehr.

Was ich nicht bedacht habe: Die drei sind zusammen aufgewachsen und haben ihre Bindung untereinander. Ich bin ein Fremdkörper. Und das habe ich zu spüren bekommen. Ich wollte zu schnell zu viel Kontakt, geendet hat es in einem Streit, der auf Facebook ausgetragen wurde, was ich im Nachhinein bedauere, denn jeder konnte es lesen, der befreundet war. Immerhin hatte ich bedacht, Beiträge nicht öffentlich zu machen.

Nun, ich konnte es nicht ändern was passiert ist, nur für die Zukunft draus lernen. Bei Twitter habe ich mich dann aus sowas raus gehalten. Auch, weil ich gelernt habe und die 140 Zeichen eh keine Plattform für große Streitgespräche ist. Bloggen nutze ich erst, seitdem ich meine eigenen Erfahrungen mit den jeweiligen sozialen Medien habe und glaube, ich kann verantwortungsvoll damit umgehen.

Aber ich will auch nicht nur negatives über Facebook sagen, denn immerhin habe ich die große Liebe meines Lebens und eine gute Freundin dadurch gefunden. Partnersuche über Internet ist in Zeiten von Parship, Eliteparter etc. nicht ungewöhnliches mehr.

Dennoch ist folgendes erwähnenswert: Ich ging suchend aus einer Singlegruppe raus, weil ich dachte, ich werde da nicht fündig. Meine heute Freundin war da nur, um Kontakte zu finden, nachdem sie zugezogen war. Alles andere entwickelte sich danach. Sie war schön länger auf mich aufmerksam geworden, schrieb mich aber erst an, nachdem ich die Gruppe verlassen hatte.

An dieser Stelle sei deshalb auch dem unbekannten Mitarbeiter einer Sparkassen-Filiale gedankt, der die unschlüssige Frau damals ermutigte, mir zu schreiben. Damit haben sie zwei Menschen glücklich gemacht!

Offener Brief an meine Mutter

Dieses wird eine offene Abrechnung mit meiner Mutter, auch wenn sie diese Zeilen niemals lesen wird.

Als ich ein Kind war, hattest Du es sehr schwer. Als alleinerziehende Mutter in den 70ern und 80ern des vergangenen Jahrhunderts hast Du, unbeachtet der Gründe der Trennung, auch mit der Gesellschaft zu kämpfen. Mir wurde später erzählt, dass Du mich als Kind misshandelt hast. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern, erscheint mir aber der Tatsache, dass ich extreme Bindungsängste über viele Jahre hatte, glaubhaft.

Du hast mir Werte beigebracht, die ich heute lebe. Auch die Worte Bitte, Danke und Entschuldigung sind keine Fremdworte für mich. Ich vergesse nicht, wie ich 4 oder 5 war. Du konntest den Strom nicht zahlen, wir saßen im Flur bei Kerzenlicht und Du mir das letzte trockene Brot zu essen gabst, danach war unser Essen alle. Du hast mir in schweren Zeiten beigestanden, z.B. als ich meine Diabetes-Diagnose bekam und erst einmal eine Welt für mich zusammenbrach. Damals sagte ich: „Ab jetzt kümmere ich mich um mich und mein Privatleben.“ Und das tat ich dann auch. Ohne über Leichen zu gehen, aber mich meiner Verantwortung für mich bewusst.

Du hast die Wichtigkeit dieses Vorgehens leider nicht verstanden. Konntest nicht verstehen, dass eine Änderung der Priorität von dir zu mir, die schon Jahre früher hätte stattfinden müssen, nicht gleichzeitig bedeutet, dass Du mir nicht mehr wichtig bist. Das bedeutete lediglich, dass ich mir nicht mehr unwichtig bin.

Auch wenn jetzt sehr viel Negatives passiert ist, bist und bleibst Du meine Mutter. Ich werde dich nicht hassen, aber habe auch keine positiven Gefühle mehr für dich. Ich fand eine Frau und eine Familie, die ich liebe. Doch leider hast Du nicht zu mir gestanden, sondern uns regelrecht bekämpft. Hast dich wie eine betrogene Ehefrau benommen, obwohl ich dein Sohn, nicht dein Mann bin. Meine neue Lebensgefährtin ließ sich nicht von alle dem abschrecken, hat zu mir gehalten, weil ich ihr wichtig bin.

Es wäre ok und legitim gewesen, wenn Du sie nicht gemocht hättest. Schließlich ist sie meine Freundin und nicht deine. Aber von der eigenen Mutter kann ich verdammt noch einmal erwarten, dass sie zumindest respektiert wird als Teil von mir. Du hattest zuletzt genau 2 soziale Kontakte. Mich und meine Oma. Oma ist vor ca. 1 Jahr gestorben im Alter von 93. Der andere war ich. Also vermute ich, dass Du ganz allein in deinem Hass gegen mich lebst.

Mir ist bewusst, dass ich in deinen Augen der Schuldige bin und Du das auch allen erzählst, die dir zuhören. Ob das wirklich deine Meinung ist oder Du dich hier selber belügst, weil es für dich bequemer ist, die Schuld bei mir zu suchen, weiß ich nicht. Letztendlich ist das auch nicht wirklich relevant, da die Personen, die mich kennen, es eh‘ besser wissen.

Gegenüber Oma hast Du immer die Kollektivschuld auf dich genommen. Ich dagegen war immer an allem Schuld. Bevor unser Bruch kam, sagte ich noch in weiser Voraussicht: „Es wird der Tag kommen, an dem wir zerstritten sind, und ich werde der Schuldige für dich sein.“

Von den mehreren tausend Euro, die Du unterschlagen hast, dem Ersparten meines ganzen Lebens, will ich gar nicht anfangen. Das Geld war geplant, um mir ein besseres Leben zu ermöglichen. Das habe ich jetzt auch, obwohl ich arm bin. Leider konnte ich nicht nachweisen, dass es mein Geld war, denn es war Bargeld. Es ist weg.

Auf Twitter habe ich neulich gelesen: „Viele warten auf einen Wendepunkt in ihrem Leben, und dann, wenn er kommt, wenden sie nicht.“ Als er in meinem Leben kam, habe ich gewendet. Mit allen Risiken. Ich habe sehr viel materielles verloren. Aber sehr viel immaterielles gewonnen. Im Nachhinein kann ich sagen: Es hat sich gelohnt, trotz des Verlustes.

Bleibt mir nur, diesen Brief zu schließen und zu hoffen, dass Du Frieden finden und ein neues Leben auf die Beine stellen wirst, wie ich es getan habe. Ich danke dir dafür, dass Du mir das Leben geschenkt hast und mich zu einem guten Menschen erzogen hast. Wir beide werden uns aller Voraussicht nach nie mehr sprechen oder wiedersehen.

Vielleicht muss es so sein.