Ein Tag im Leben eines Bloggers

Um euch heute mal einen Einblick in mein Leben zu geben, stelle ich heute mal einen Tag aus meinem (Blogger-)Leben vor.

Seit Oktober 2017 ist mein Blog am Start. Der erste Blog war Offener Brief an meine Mutter , gefolgt von mal mehr erfolgreichen Themen Kindheit – Gestern und heute und über den Umgang mit sozialen Medien, mal leider weniger erfolgreichen, denen ich mehr Leser gewünscht hätte: Wie viel Weiblichkeit verträgt der Mann? oder: Warum ich in der heißesten Nacht 2015 trotzdem fror

Und immer wieder die Überlegung: Schreibe ich die Artikel mit „Du“ oder „Sie“? Nun, ich habe inzwischen mehr als 40 Artikel veröffentlicht, die mit „Du“ geschrieben sind. Einfach, weil ich mich dazu entschieden habe, weil ich denke, so fühlt sich der Leser persönlich angesprochen und vertrauter. Dennoch, wir leben in einem Kulturkreis, wo das „Sie“ sehr verwurzelt ist.

Bei jedem neuen Beitrag habe ich die Überlegung: Wird der Beitrag humorvoll oder nachdenklich? Einerseits will ich mich da nicht auf nur eine Schiene festlegen, aber manchmal kann das auch etwas lähmen. Ich bin kein professioneller Schriftsteller, von daher kann ich ein nachdenkliches Thema nicht humorvoll darstellen. WordPress sei dank gibt es hier eine Warteschlange, wann man was veröffentlichen will. So nutze ich kreative Ergüsse dazu, auf Vorrat zu schreiben. Aber immer gelingt das nicht.

Genug an den Blog gedacht und auf zur Arbeit. Manchmal kommt es vor, dass mich mitten in der stressigsten Arbeit ein Gedanke packt und nicht mehr loslässt. Die Kreativität überkommt mich. Also halte ich gewisse Eckpunkte irgendwo fest und nutze die Pause um zu schreiben. Manchmal dehne ich die Pausen ein wenig, die Zeit arbeite ich dann nach. Mein Chef ist da flexibel, ihm ist wichtig, dass die Arbeit erledigt wird, und das wird sie.

Heute Morgen vor der Arbeit habe ich in einem Buch gelesen: „Wenn Du dir vorstellst, dass es ein guter Tag wird, wird es auch einer.“ Das hielt auch ein paar Stunden. Der Chef wollte etwas, wo intern ein leichter Zuständigkeitskonflikt war. Ich habe es in die Hand genommen. Leider gab es Hindernisse bei der Beschaffung, was der Chef haben wollte.

Vorbei sind die Zeiten, wo ich ein berufliches Scheitern persönlich genommen habe. Ich mache einen guten Job. Ich behaupte mal, was ich nicht erledigen kann, kann auch kein Anderer. Und dann liegt es nicht an meiner Arbeit, sondern an anderen Faktoren.

Die Arbeit ist erledigt, ich habe jetzt Feierabend. Der neue Beitrag ist auch fast fertig geworden. Jetzt steht Squash an. Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber mir macht das Spiel immer noch Freude. Gegen 19 Uhr bin ich geduscht und fertig mit der Welt zu Hause.

Doch von Feierabend noch keine Spur. Meine Freundin, die leider kein eigenes Auto hat, konnte nicht ausreichend einkaufen. Also bekomme ich von ihr und/oder dem Kind noch in der Tür gesagt: „Wir müssen noch einkaufen“.

Eine Stunde hat der Discounter noch offen. Also war es das mit erstmal Füße hoch und einen Kaffee trinken. Ich muss sofort wieder los. Dabei sei noch erwähnt, ich betreibe seit einiger Zeit das Intervallfasten. Für mich heißt das, von 20 Uhr bis nächsten Tag 12 Uhr absolut nichts essen. Nicht mal Milch in den Kaffee. Schwarzer Kaffee, ungesüßte Tees und Wasser sind aber erlaubt, alles ohne Kalorien. Also muss ich zwischen 19 und 20 Uhr den Einkauf erledigen und noch vor der Fastenzeit eine Kleinigkeit essen, es gibt lange nichts.

Gegen 20 Uhr sitze ich endlich auf der Couch und trinke meinen Kaffee. Ohne Milch, weil ja die Fastenzeit begonnen hat.

Gut nur, dass ich im Moment keine Fortbildung mehr mache. Denn die ging teilweise bis 22 Uhr, so dass nur noch Zeit war, für den nächsten Tag die Tasche zu packen und schlafen zu gehen.

 

Als Erwachsener verlernt

In letzter Zeit habe ich oft darüber nachgedacht. Kinder müssen auf dem Weg, Erwachsene zu werden, so viel lernen. Sei es etwas elementares wie Rechnungen bezahlen. Sobald die Schulzeit vorbei ist, ist auch der Welpenschutz irgendwo vorbei. Der „Ernst des Lebens“ beginnt. Wobei viele ja schon sagen, dieser beginnt mit der Schulzeit, aber ich habe dazu eine andere Meinung.

Wie auch immer: Kinder haben Eigenschaften, die wir verlernt haben. Auch die Interaktionen mit anderen Menschen werden mit mehr Erfahrung und Wissen nicht leichter, sondern schwerer. Unsere Erfahrung mit anderen Menschen und die Wechselwirkung auf uns selber macht uns die Entscheidung, wie wir etwas angehen, verdammt schwer. Es gibt den Choleriker, den Verständnisvollen, die Diva, … Und jeder reagiert anders.

All diese Unwägbarkeiten lassen es uns schwer werden, zu handeln. Wohl dem, der sich entscheidet und sich dabei treu bleibt. Konsequenzen Konsequenzen sein lässt, dabei er selber bleibt und dabei riskiert, einen möglichen Verlust einzugehen.

Werfen wir einen Blick auf das, was Kinder Erwachsenen voraus haben:

  • Unbeschwertheit

„Ich dachte, Du spielst nicht mehr mit …?“ „Das war doch gestern.“ Genau das können wir von unseren Kindern lernen, im Hier und Jetzt zu leben und unbeschwert zu sein. Denn was nützt es uns, in einem schönen Moment an unangenehme, vergangene oder zukünftige Ereignisse zu denken? Wenn dich solche Gedanken belasten, dann atme tief durch und wiederhole den Satz: „So blöd es auch ist, ich kann es nicht ändern und werde mir meine Laune nicht davon verderben lassen.“

  • Im Jetzt leben, den Moment genießen

Dieses Thema ist eng verknüpft mit dem ersten Thema. Kinder genießen den Moment, leben im Jetzt, ohne groß nachzudenken, was sein wird oder was war. Viel an der kindlichen Unbeschwertheit ist uns Erwachsenen verloren gegangen. Was ja auch nachvollziehbar ist. Als Erwachsener lässt es sich nicht mehr so einfach völlig unbeschwert sein: berufliche Anforderungen, Verpflichtungen, Verantwortung für die Familie etc.

Erwachsene grübeln gerne. Wir bereuen unsere Vergangenheit, fürchten unsere Zukunft und verschwenden viele Gedanken für Dinge, die wir nicht mehr ändern können. Wie viel Zeit verwenden Kinder wohl für solche Gedanken? Gar keine! Kinder leben im Moment. Natürlich fiebern sie auch mal großen Ereignissen entgegen, aber der Vergangenheit hängen sie kaum nach.

Achtsamkeit ist zurzeit das große Thema. Um zu lernen, im Hier und Jetzt zu leben und den Alltag zu entschleunigen, besuchen wir Workshops und teure Seminare. Dabei ist es eine Kunst, die wir als Kinder perfekt beherrscht haben! Stundenlang an einem Legohaus basteln, Bilder malen, die Schwerelosigkeit des Wassers spüren – Kinder können sich in die Dinge, die sie tun, vertiefen. Dabei ist es ihnen egal, ob dabei etwas Sinnvolles herauskommt oder ob etwas anderes liegen bleibt. Und sie brauchen nicht mal einen Meditationskurs dafür. Also, versucht es auch mal: Vergesst die To-Do-Liste und tut wenigstens einmal am Tag ganz bewusst etwas, worauf ihr Lust habt. Am besten mit den Kindern zusammen!

  • Neugierde

Kinder sind neugierig, auch auf Dinge, die für uns „Große“ selbstverständlich erscheinen. Kinder probieren aus, testen aus, hinterfragen Sachen, die uns selbstverständlich erscheinen. Beispiele gefällig?

„Warum ist der Himmel blau?“ „Warum ist Wasser nass?“

Was habt ihr gestern auf dem Weg zur Arbeit gesehen? (Mal abgesehen von dem Idioten, der euch die Vorfahrt genommen hat.) Ein schönes Blatt, das auf dem Weg lag? Einen Lichtstrahl, der sich in einer Pfütze spiegelte? Einen merkwürdigen Käfer mit langen Fühlern? Nein, vermutlich nicht. Wenn wir ehrlich sind, bewegen wir uns meistens total blind durch die Gegend. Wir kommen zwar da an, wo wir wollen, aber verpassen dabei die vielen interessanten und schönen Dinge, die es in unserer Umwelt gibt. Kinder sehen sie, denn für sie sind sie neu. Aber was spricht denn dagegen, sie mit ihnen wieder neu zu entdecken?

  • Die eigenen Grenzen austesten

Kinder lassen sich ungern erzählen, was sie nicht können oder dürfen. Es ist schwer, sie davon abzuhalten, einen wackligen Baum zu erklimmen oder von einer hohen Mauer zu springen. Sie haben wenig Angst vor Herausforderungen, probieren alles einfach aus und lernen ihre eigenen Grenzen kennen – auch wenn das manchmal weh tut.

Was hast Du zu verlieren? Klar kannst Du scheitern, aber wenigstens kannst Du dir niemals vorhalten, es nicht mindestens versucht zu haben.

  • Mit der Fantasie spielen

Wie oft werden im Beruf und im Alltag kreative Lösungen von einem gefordert? Hierfür kannst Du einiges von Ihren Kindern lernen, denn nichts ist für sie natürlicher, als das spielen. Die Kleinen fantasieren stundenlang und erschaffen ganze Welten in ihrem Kopf. Wäre es nicht toll, diese Fähigkeit auch noch als Erwachsener zu besitzen? Das geht ganz einfach – Spiele! Denn dabei wird die Fantasie ordentlich angekurbelt. Das hilft, abstrakt zu denken und neue Lösungswege zu entdecken.

  • Hilfe suchen und annehmen, wenn man sie braucht

Kinder laufen schnell zu Eltern, Lehrern oder Verwandten, wenn ihnen etwas nicht gelingt. Sie fordern Hilfe ein und bekommen sie meist auch. Je älter wir werden, desto größer wird unser Anspruch, alles selber zu machen. Aber wer erlegt uns diese Last eigentlich auf? Warum fällt es uns so schwer, zuzugeben, wenn wir etwas nicht allein schaffen?

  • Abschalten und einfach nur Spaß haben

Suche dir eine Tätigkeit, die dir Spaß macht. Sei es Sport, Handarbeit oder ein Buch – Hauptsache Du bist glücklich. Versuche, abzuschalten und sich nur auf das Hobby zu konzentrieren. Das erfordert anfangs etwas Übung, aber in der Hektik des Alltags ist es wichtig, loszulassen und manchmal nur für den Moment zu leben.

  • Fremden mit Offenheit begegnen

Wir haben viele Vorurteile, ob wir das zugeben wollen oder nicht. Diese voreiligen Schlüsse basieren auf Erfahrungen, die wir im Leben gemacht haben und beeinflussen uns ganz unterbewusst. Meist sind sie aber nur Steine, die uns im Weg liegen. Bevor wir diese Vorurteile auf unseren Nachwuchs übertragen, begegnen die Kleinen neuen Menschen komplett unvoreingenommen und interessiert. Besonders, wenn die fremde Person äußerlich ganz anders aussieht als wir. Wenn wir von unseren Kindern lernen, offen auf andere zuzugehen, eröffnet uns das wohlmöglich viele Chancen – neue Freunde, berufliche Kontakte, wer weiß? Wenn Du das nächste Mal beim Sportkurs, auf dem Spielplatz oder beim Einkaufen in ein Gespräch verwickelt werden, seie offen und versuche, die neue Person kennenzulernen. Möglicherweise ergibt sich ein wertvoller Kontakt oder einfach eine neue, erfrischende Perspektive.

  • Interesse an digitalen Medien und neuen Technologien

Es ist verblüffend, dass selbst Kleinkinder in Sekundenschnelle unsere ausgefuchste Bildschirmsperre überwinden. Während Mama und Papa noch Gebrauchsanweisungen studieren, nutzen Kinder Smartphones, Tablets etc. ganz selbstverständlich. Diese Neugier auf Neues und die schnelle Auffassungsgabe ist beeindruckend.

Vielleicht können wir uns diese natürliche Affinität zur neuen Technik nicht auf die Schnelle von unseren Kindern abschauen, aber wir können von ihnen lernen – und zwar wortwörtlich. Lassen Sie sich alles Neue haarklein von Ihrem Nachwuchs erklären. Seie interessiert und verteufel die neuen Technologien nicht. Das kommt beiden Seiten zu Gute. Schließlich platzen die Kleinen vor Stolz, wenn sie ihren Eltern etwas beibringen können.

Noch ein Gedanke in eigener Sache. Ich lese gerade ein Buch „Durch Begegnungen wachsen“. 

Es ist ein interessantes Buch, was an vielen Stellen dazu führt, dass man reflektiert, über sich selber nachdenkt. Ich denke, auch wenn hier in meinem Blog die „Merksätze“ fehlen, könnte es ein wenig durch den Stil beeinflusst sein. Jedenfalls habe ich mir beim Schreiben auch viele Gedanken über mich selbst und Kinder allgemein gemacht, so dass ich sie an manchen Stellen durchaus mit anderen Augen sehe.

 

Schock! – Oder: Warum wir fallen

Ich schreibe heute einen nachdenklichen Blog, weil ich was verarbeiten muss:

Eine mir vom Schreiben bekannte Person von Twitter ist verstorben. Sie war keine 40. Vor 4 Monaten habe ich von ihr noch ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Vorher hatte ich ihr eine Karte und einen Engel geschickt, weil sie da schon krank war. Ich habe ihr von ganzem Herzen gewünscht, das 2018 besser wird.

Es sollte anders kommen. Ein paar Monate danach starb sie. Immerhin, wenn man was „positives“ sehen will: Es kam wohl nicht ganz überraschend für sie und ihren neuen Freund, zu dem sie nur ein paar Monate zuvor gezogen war und der wohl bis zum Schluß unerschüttlich an ihrer Seite war. Sie konnten sich auf das Unvermeidliche ein wenig vorbereiten. Dann starb sie im Schlaf. Das wird den Wenigsten von uns gegönnt sein.

Dennoch: Was in ihm vorgehen muss, kann ich nicht ermessen. Es muss furchtbar sein, eine Partnerin zu finden, mit der man durch dick und dünn geht und die einem dann wieder genommen wird. Für die Eltern, die ihr Kind unter die Erde bringen müssen. Was das bedeutet, diese Leere… Ich kann es nur erahnen. Ich nehme, auch wenn sie mir persönlich unbekannt war, großen Anteil. Wie mag es erst den Angehörigen und Freunden gehen?

„Warum fallen wir? Damit wir lernen, wieder aufzustehen.“ sagte der Vater von Bruce Wayne (Batman). Irgendwo hat er absolut Recht damit, doch es ist zumindest ok, wenn wir einen furchtbaren Niederschlag bekommen, kurz liegenzubleiben, wenn man keine Kraft hat, sofort aufzustehen. Nur liegen bleiben sollte man nach Möglichkeit nicht.

Ich wünsche den Hinterbliebenen diese Kraft, weiterzumachen!

3 Dinge, die ich bis heute bereue und wie Du sie vermeidest

1. Das ich nicht eher erwachsen wurde.

Klar habe ich mich zeitig von zu Hause gelöst (vielleicht etwas spät, aber im Rahmen). Jedoch habe ich es zugelassen, dass meine Faulheit gewonnen hat und ich mir von der Mutter, die nicht loslassen konnte, wieder habe vereinnahmen lassen. Im Prinzip wurde dadurch alles rückgängig gemacht. Ich war mit 20 weiter als mit 30 Lebensjahren. Erst war es das Wäsche waschen, dann Hilfe beim einkaufen, und so weiter. Ich sehe den Sohn meiner Freundin. Er ist, hart gesagt, mit 14 weiter und selbständiger als ich mit 30. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Seine Mutter, meine Freundin, erzieht ihn zu einem Menschen, der sein Leben selbständig meistern kann. Klar macht er in dem Alter manchen Blödsinn, aber wer hat das nicht? Übrigens: Ich werfe es meiner Mutter nicht alleine vor. Auch ich trage meine Schuld daran, denn ich habe es zugelassen.

Mein Rat an euch:

Für die Kinder: Lasst euch eure Selbständigkeit nicht nehmen. Auch wenn es mal unbequem ist.

Für die Eltern: Gewöhnt euch daran, dass Kinder eigenständige Menschen werden, aber auf dem Weg dahin Hilfe brauchen. Wenn sie soweit sind: Lasst los. Sie gehen selten verloren.

Für Betroffene: Kommt in’s Reine damit. So bitter es ist: Verlorene Zeit kommt nicht wieder zurück. Ihr könnt nur verhindern, noch mehr Zeit zu opfern.

 

2. Das ich zuviel Zeit verschwendet habe.

Zum einen spielt Punkt 1 darein. Aber nicht nur. Es sind auch „falsche Freunde“ und Frauen, denen man hinterhertrauert, weil man an der so genannten „Oneitis“ leidet. Da kann ich einige Lieder von singen. Bei „falschen Freunden“ ist es nicht leicht, sie zu erkennen, weil man echte Freunde oft erst in Notlagen erkennt. Bei der „Oneitis“ ist es leichter. Du bist einer Frau verfallen, die „die Eine“ ist? Wo du, nur um ihr nahe zu sein, den besten Freund spielst, ihr ihren Kummer und die Sorgen anhörst? Vielleicht verpasst du gerade eine tolle Frau, weil du nicht offen für was anderes bist. Denn für dich gibt es ja nur „die Eine“.

Mein Rat:

Ich litt Jahrelang selbst an der „Oneitis“. Bis ich nach einem Buch, das ich las, das Problem erkannte. Wenn es nicht zu einer Beziehung kommt, wird es das höchstwahrscheinlich auch nicht. Je mehr du versuchst, ihr nahe zu sein und den guten Freund spielst, umso mehr wird sie dich höchstwahrscheinlich auch nur als so einen wahrnehmen: Einen guten Freund. Aber wirklich enge Freundschaften kann es zwischen Männern und Frauen nicht geben. Schon gar nicht, wenn sich einer mehr erhofft. Nimmt sie dich nicht als Mann war, wird sie es höchstwahrscheinlich auch nie tun. Für Frauen gilt natürlich genau das gleiche, die an der „Oneitis“ leiden.

 

3. Ich ließ mein Selbstvertrauen leiden.

Das ist Fakt. Die mangelnde Abnabelung von zu Hause, die „Oneitis“ haben mein Selbstvertrauen stark schwinden lassen. Ich arbeite derzeit hart daran, es wieder aufzubauen. Die einzige Art von Selbstvertrauen habe ich über den Job bezogen, denn da war ich tough und gut ausgebildet. Ich wußte was ich tue und wer was zu tun hat. Privat kann ich nicht mal einen Nagel in die Wand bringen, krass gesagt.

Mein Rat:

Achtet auf euch. Wenn ihr merkt, dass euch etwas nicht gut tut, egal was es ist: Trennt euch davon. Bevor es euch runterzieht. Denn sich von etwas oder jemandem zu trennen ist zwar schmerzhaft, aber doch leichter, als später „die Scherben aufzulesen“

 

Was ist Reichtum?

Eine Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt. Es hängt davon ab, wie man die Prioritäten setzt im Leben. Und ich beleuchte mal ohne eine Wertung einfließen zu lassen.

Bist du materiell eingestellt, wird wahrscheinlich ein volles Bankkonto, der Porsche in der Garage, ein großes Haus und ein gutbezahlter Job für dich Reichtum bedeuten.

Bist du immateriell eingestellt, wird dir das alles nicht viel bedeuten. Dann bist Du der Meinung, dass all‘ das weniger Bedeutung hat als für den materiellen Menschen.

Kommen wir also zu den immateriellen Reichtümern: Gesundheit, Glück, Familie, Freunde. Alles das ist wertvoll, kann aber mit materiellen Werten nicht erkauft werden.

Für Krankheiten gibt es Ärzte, Medikamente, alternative Behandlungen,… Aber alles das kann dir nicht die verlorene Gesundheit zurückkaufen. Klar kannst du dir eine bessere Behandlung leisten als der Penner unter der Brücke. Aber wenn du weißt, du fährst mit dem Porsche zum Arzt (vielleicht hast du noch ein Jahr zu leben), während der Penner gesund ist, was wäre dir lieber?

Für Glück und Familie gilt das gleiche. Wobei ich das Püppchen, die einen Shopping-Besuch 300 € ausgibt, das Kind, das du bei Empfängen vorzeigst, weil es als schick gibt, Vater zu sein. Eben dieses Kind aber nicht mal deinen Geburtstag kennt: Das nenne ich nicht Familie.

Halten wir also fest: Es sind die immateriellen Dinge, denen es egal ist, ob du Bänker oder Obdachloser, guter oder schlechter Mensch, ein Freund oder Egomane bist. Gerade Krankheiten verwischen diese Grenzen. Machen uns zu absolut gleichen Menschen, die nur noch ein Ziel haben. Wieder gesund zu werden.

Ich kenne beide Seiten. Ich war zwar nicht materiell sehr reich, aber ich kam gut zurecht. Hatte fast genug gespart, um mir ein kleines Eigenheim ohne große Kredite anzuschaffen. Aber ich hatte weder Freunde noch Familie. Dann kamen verschiedene Umstände, die mich mein materielles Vermögen verlieren ließen, aber mir Familie und Freunde verschafften.

Was also ist besser? Aus meiner Sicht: Früher konnte ich mir (fast) alles kaufen, kam aber in meine leere Wohnung. Heute muss ich jeden Cent umdrehen, aber werde erwartet zu Hause.

Ich würde nie wieder tauschen wollen!

„Ich habe einen Schatz gefunden…“

… und er trägt deinen Namen. Manchmal neige ich dazu, cleveres zu tun. So habe ich es hier geplant.

„Dumm ist der, der dummes tut“. Das sagte Forrest Gump. Wer kennt ihn nicht, den recht einfach gestrickten Menschen, dem aber Liebe und Freundschaft alles bedeutet, bis hin zur Selbstaufgabe.

Wie singt Thomas D. in einem seiner Songs: „…die Lektion des Lebens war wichtig“. Und ein weiteres Zitat (Urheber mir im Moment unbekannt): „Es gibt drei Wege zur Erkenntnis … der Letzte ist der der Erfahrung und der Bitterste“

Ich selber habe in meinem Leben auch schon die eine oder andere Lektion erhalten. Oft waren es die Wege der Erfahrung… Manchmal wurde meine Naivität ausgenutzt, sicher zum Teil deshalb auch meine eigene Schuld.

Was geschehen ist, kann ich nicht mehr ändern. Aber verhindern, dass ich die selben Fehler wieder mache. Zumindest insofern kann ich sagen, dass ich nicht unbedingt dumm bin, denn derselbe Fehler passiert mir niemals zweimal.

Ich habe erfahren müssen, dass es Menschen gibt, denen ich etwas nicht zugetraut habe: Dass sie nicht ganz so darauf erpicht sind, das es den Anderen genauso gut geht wie ihnen. Die irgendwo, bewusst oder unbewusst, nur auf den eigenen Vorteil aus sind. Und ich als damals kleiner Fisch bin von den Haien gefressen und ausgespuckt worden.

Was ich daraus gelernt habe: Nicht mehr das leichte Opfer zu sein. Selber ein wenig Haidenken zu entwickeln, aber dabei mehr den Selbstschutz zu beachten. Nicht, um anderen zu schaden.

Ich habe einen Menschen gefunden, der ebenso intelligent und stark ist wie ich. Die ihre schwache Seite schützt, damit nicht die falschen Menschen daraus Vorteile ziehen. Nur ich kenne sie, aber ich beschütze sie. So wie sie meine verwundbare Seite.

Wo wir oft von dieser Sorte Menschen verletzt wurden, heilen wir uns selber. Egal, was andere denken sollten, wichtig ist nur, was wir empfinden.

Ich schließe diesen Blogbeitrag mit einer Frage, die die Frau, die gemeint ist, hoffentlich mit ja beantwortet: „Willst Du mich heiraten?“

Warum ich es hasse, in Deutschland Auto zu fahren

Kennt ihr das? Der Verkehr ist zügig, aber keine Raser unterwegs. Keine Gaffer. Kein Überholen in der Verbotszone, die Geschwindigkeitsbegrenzung wird eingehalten… Und dann kommt die Grenze, und du bist wieder in Deutschland. Krieg auf den Straßen.

Geschwindigkeitsbegrenzung? Nur eine empfohlene Geschwindigkeit.

Überholverbot? Wird ignoriert, schließlich lohnen sich die 2 Liter höherer Durchschnittsverbrauch, um 2 Minuten eher da zu sein. Den in Kauf genommenen Unfall mit dem Gegenverkehr sowieso.

Auf der Autobahn noch schnell überholen, obwohl man den Überholten danach schneiden muss, um die Ausfahrt noch zu erreichen.

Mindesabstand ist der halbe Tacho. Allerdings ist die 1/2 Geschwindigkeit in Metern gemeint, nicht die halbe Tachobreite.

Parkverbot? Was soll der Blödsinn…? Nur Schickane!

Rettungsgasse? Was soll das sein??

Sperrung wegen Wiederbelebungsmaßnahmen? Mir doch egal, ob einer draufgeht. ICH MUSS HIER DURCH, SOFORT!

Handy am Steuer? Macht doch eh‘ jeder.

Fahrerflucht? Fahrerflucht!

Stau auf der Autobahn ist an der Tagesordnung. Entweder, weil Schaulustige den Verkehr behindern, oder es nicht eingehalten wird, dass man langsamer mit gleichbleibender Geschwindigkeit fahren soll. Immer anfahren, Vollgas und wieder abbremsen. Und alle dahinter genauso.

Es ist wieder Krieg in Deutschland, nur das keine Bomben fallen.

Schließt Du die Badezimmertür, auch wenn Du der Einzige zu Hause bist?

Sehr gute Frage. Macht das Sinn? Ich gebe zu, ich habe es früher selber getan. Aber warum? Erwartet man, dass jemand ins Bad kommen könnte? Als ich Single war, hatte außer mir keiner den Schlüssel zu meiner Wohnung. Wer also sollte eindringen?

Also forschen wir ein wenig in der Neurose. Wie sagte schon Woody Allen „Meine Neurose ist die einzige Blume, die ich jeden Tag pflege.“

  • Ein Einbrecher könnte die Wohnung stürmen. Sicher, die Badezimmertür ist in Anbetracht des Ornamentglases schneller durch als die Wohnungstür. Wertsachen im Bad wäre dann die nächste Überlegung, ob es den Einbrecher ins besetzte Bad zieht.
  • Außerirdische starten einen Angriff auf die Erde. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Wohnung das erste Ziel ist? Sie tendiert wohl gegen 0.
  • Habe ich eine Pizza telefonisch bestellt? Liefern sie auch wohl ins Bad? Sozusagen Direktverdauung, wenn ich beim kacken esse.
  • Meine Traumfrau kommt in die Wohnung, um mir ihre unendliche Liebe zu gestehen. Ist es wohl ein K.O.-Kriterium für sie, wenn der Taumprinz gerade auf dem Thron hockt?

Also fassen wir zusammen: Es macht keinen Sinn. Höchstens, wenn man erwartet, dass die Familie in den paar Minuten nach Hause kommt. Aber, Hand aufs Herz, dass ist doch eher unwahrscheinlich. Also, lasst die Klotür auf!

Die moderne Folter

Im Mittelalter gab es die Folter. Mit der Abschaffung der Folter wurde das durch die modernen Wartezimmer ersetzt.

Ich bin Kassenpatient. Manchmal sitze ich im Wartezimmer, warte trotz Termin gefühlte 2 Stunden darauf, dass ich dran bin, um dann nach gefühlten 5 Minuten fertig zu sein. Ich wundere mich über dieses Zeitmanagement, was andere Ärzte aber besser drauf haben.

Dennoch beginne ich zu rechnen. 10 Patienten vor mir, je 5 Minuten Behandlung. Ergibt 50 Minuten Arbeitszeit. Ich muss aber 120 Minuten warten. Was macht der Arzt in den verbleibenden 70 Minuten?

Checkt er seine Wertpapierdepots? Wettet er mit seinem Chirurgenkollegen darauf, wie wenig Kassenpatienten er heute behandeln kann? Was passiert mit den Privatpatienten? Ich vermute, die werden per Privatjet eingeflogen und sitzen in einem anderen Wartezimmer. Wurde das Bernsteinzimmer eigentlich schon gefunden?

Also rechne ich weiter. Mit mir 11 Kassenpatienten und 1 Privatpatienten. Was mag der Arzt daran verdienen? Und sieht der Arzt uns noch als Patienten, oder als Budgets?

Ich habe keine Zeit zum weiterrechnen, denn ich werde aufgerufen.

Mein düsterer Begleiter

Ich fange meinen Blog mit einem Beitrag an, den ich vor ca. 3 ½ Jahren in einer Facebook-Gruppe gepostet hatte:

düsterer Begl

Als ich den Text angefangen habe, war bald ist Weihnachten. Es stellt sich die Frage, wer bekommt welche Geschenke. Frau, Kind, Vater, Freunde. Was ist mit dem düsteren Begleiter?

Komische Frage irgendwie. Dem düsteren Begleiter etwas schenken? Immerhin, er ist immer da. Seit Juli 2014. Kein Tag, kein Aufwachen ohne ihn. Kein sündigen an einem Abend, das sich nicht spätestens am nächsten Tag rächt. Keinen Tag mal Urlaub ohne ihn.

Einerseits verdanke ich ihm mein Leben, denn ich habe früher einen Dreck auf mich geachtet. Andererseits weiß ich, dass er die Macht hat, mir mein Leben auch wieder zu nehmen. Ich lebe sehr gut mit ihm, nicht trotz ihm. Ich mache mehr Sport und ernähre mich gesünder, erst wegen ihm, jetzt wegen mir. Er hat mir geholfen, den Fokus neu einzustellen.

Da waren Tage zu Anfang der Erkrankung, als ich versucht habe, Diabetes mit Mathe zu „besiegen“. Ich habe versucht, aus dem Anfangswert vor dem Essen, dem Kohlehydratanteil (Diabetes ist ja eine Kohlenhydrat-Stoffwechselkrankheit) zu ermitteln, das Insulin zu berechnen und hatte einen Erwartungswert nach dem Essen. Sagen wir 140 mg/dl. An vier Tagen hat das geklappt. Am fünften Tag nicht. Kacke. Der Mensch ist eben keine Maschine. Besonders deutlich bei mir, wo die Bauchspeicheldrüse noch etwas funktioniert. Also habe ich das Zählen gelassen und habe einfach gegessen. Mit dem Hintergedanken aber: Da war doch was…?

Ich dachte immer, etwas wie Diabetes trifft andere, aber nicht mich. Mein Körper hat mir metaphorisch die gelbe Karte gezeigt. Immerhin: Ich habe nicht direkt Rot bekommen. Aber die gelbe Karte behalte ich, bis das Spiel abgepfiffen wird.

Der düstere Begleiter ist für mich ein Begleiter oder ein Berater, aber kein Vorgesetzter. Er sitzt neben mir beim Autofahren, bestimmt aber nicht den Weg. Er steht am Buffet hinter mir, berät mich, was ich essen soll, entscheidet aber nicht, was ich esse. Ich trinke und esse, was mir gut tut und lasse mich begleiten, nicht mehr und nicht weniger.

Wer mich nimmt, nimmt gleich zwei Männer. Meine Freundin hat übrigens auch einen düsteren Begleiter. Also habe wir Platz für uns und die düsteren Begleiter für sich!

Für den Nichtdiabetiker ist Diabetes eine merkwürdige Erkrankung. Man kann sie nicht sehen, höchstens die Auswirkungen. Einen diabetischen Fuß, eine Erblindung, eine Unterzuckerung sieht man, evtl. erkennt man sie auch. Die eigentliche Erkrankung dahinter sieht man nur an Messwerten. Aber glaubt mir, als Diabetiker merke ich sie. Dieses unruhige Zittern, das ich vor euch merke. Die Flecken vor dem inneren Auge, die sehe ich, nicht ihr. Ihr wundert euch höchstens, warum ich schnell auf der Suche nach was süßem bin, was ich sonst wie der Teufel das Weihwasser meide.